Am Sonntag, den 7. Juni, stand für Mirko und mich die Teilnahme an den Leipziger Neuseen Classics auf dem Programm. Bewusst hatten wir uns für die 100-Kilometer-Distanz entschieden. Uns reizte vor allem die Möglichkeit, auf abgesperrten Straßen zu fahren und die besondere Atmosphäre eines echten Radrennens zu erleben.
Bis kurz vor dem Rennen war allerdings noch nicht sicher, ob Mirko überhaupt an den Start gehen würde. Verletzungsbedingt hatte er in den vergangenen Wochen deutlich weniger Trainingskilometer sammeln können als geplant. Entsprechend viel Überzeugungsarbeit war nötig, um ihn doch noch zur Teilnahme zu bewegen. Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung.
Schon bei der Ankunft wurde deutlich, wie professionell die Veranstaltung organisiert war. Von der Anmeldung bis zum Start verlief alles reibungslos, und auch entlang der Strecke fehlte es an nichts. Pünktlich um 9:15 Uhr erfolgte der Start, bei dem wir uns gut im Feld positionieren konnten.
Von Beginn an wurde ein hohes Tempo angeschlagen. Trotz der Geschwindigkeit blieb das Rennen zunächst kontrolliert, allerdings waren die Gruppen in den ersten Kilometern noch recht unausgewogen zusammengesetzt. Nach etwa 20 Kilometern hat mich Mirko ziehen lassen und ich versuchte einigen schnellere Gruppen zu folgen. Mit meiner noch überschaubaren Rennerfahrung ließ ich mich dabei etwas von der Dynamik des Feldes mitreißen. Das kostete viel Kraft, sodass ich das Tempo auf Dauer nicht mitgehen konnte.
Bei Kilometer 40 hatte sich die Situation wieder beruhigt. Eine größere Gruppe sammelte mich ein – und zu meiner Freude war auch Mirko wieder an meiner Seite. Von diesem Zeitpunkt an profitierte ich enorm von seiner langjährigen Rennerfahrung. Mit viel Übersicht und Ruhe fand er stets die richtige Position im Feld und führte uns souverän durch das Rennen.
Einen echten Schreckmoment erlebten wir bei Kilometer 70. Direkt vor uns kam es zu einem größeren Massensturz. Innerhalb von Sekunden mussten Entscheidungen getroffen werden. Glücklicherweise konnten wir beide ausweichen und unsere Fahrt ohne Sturz fortsetzen. Dieser Vorfall zeigte einmal mehr, wie schnell sich die Situation in einem Radrennen ändern kann.
Auf den letzten Kilometern wurde das Tempo noch einmal deutlich erhöht. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel setzte sich eine schnelle Gruppe ab. Ich konnte den richtigen Moment nutzen und mich an deren Hinterrad festsetzen. Dadurch gelang es mir, bis zum Ziel noch einige Positionen gutzumachen. Mirko fuhr sein Rennen ebenfalls stark zu Ende, blieb jedoch in seiner Gruppe und konnte die Attacke nicht mehr mitgehen.
Am Ende erreichte ich nach 2:43:55 Stunden als 344. Fahrer das Ziel. Mirko folgte kurz darauf auf Platz 376 mit einer Zeit von 2:45:23 Stunden.
Insgesamt war es für uns ein rundum gelungener Renntag. Die hervorragende Organisation, die besondere Atmosphäre auf abgesperrten Straßen und die vielen Eindrücke im Feld machten die Leipziger Neuseen Classics zu einem echten Highlight. Vor allem freue ich mich, dass wir das Rennen gemeinsam bestreiten konnten und beide gesund und zufrieden ins Ziel gekommen sind.
Danny Heim




